Kinderhaus Bayreuth
Der Förderverein des Kinderhauses Bayreuth - Munckerstrasse
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Der Kindergarten als "spielzeugfreie Zone"

Seit zehn Jahren setzt man im Kindergarten Munckerstraße auf das Projekt "Spielzeugfreier Kindergarten". Das bedeutet: Drei Monate im Jahr ist der Kindergarten spielzeugfreie Zone. Puppen, Puzzle- und Memoryspiele, Bauklötze und Autos müssen draußen bleiben.

Am Anfang sei es nicht leicht gewesen, die Eltern von der Idee zu begeistern, erklärt Maria Salosnig, die Leiterin des Kindergartens in der Munckerstraße. Sie hätten gefürchtet, dass sich die Kinder langweilen und nicht auf die Schule vorbereitet werden. Angeregt wurden die Bayreuther Pädagogen durch das so genannte "Penzberger Modell", das die Sozialpädagogen Elke Schubert und Reiner Strick 1992 im bayerischen Penzberg entwickelt haben. Es geht aus von der Tatsache, dass die heutigen Kinder mehr Spielzeug haben als je zuvor, aber immer weniger damit anfangen können.

Der "Spielzeugfreie Kindergarten" will den angeborenen Spieltrieb der Kinder fördern, die Phantasie und Kreativität anregen und selbständiges Denken und Handeln fördern. Die Hypothese des Penzberger Modells: Wenn Kinder einen kritischen und bewussten Umgang mit ihrem Konsumgut Spielzeug erlernen, brauchen sie Spielzeug nicht mehr als Ersatz für andere Bedürfnisse, als Trost in unangenehmen oder Flucht aus unglücklichen Situationen. Starke Kinder sind auch später besser in der Lage in bestimmten Situationen "Nein" zu sagen, ihr Leben frei und nüchtern ohne Drogen zu leben.

Im Verhalten der Kinder hat die Leiterin während der spielzeugfreien Zeit Änderungen bemerkt. Die Kinder redeten mehr miteinander, seien weniger aggressiv und wechselten auch öfter die Spielkameraden, so Salosnig.

Weil die Kinder die Abwechslung in der Natur brauchen, legt man die spielzeugfreie Zeit bewusst auf die Sommermonate. Die Kinder gehen in den Wald, sammeln Blätter, Zapfen und lernen die Tiere in der Natur kennen. Bei Dauerregen könne die Zeit mit 90 ungeduldigen Kindern natürlich auch lang werden, gibt die Leiterin zu.

Der Abschied von den Spielsachen geht niemals auf einen Schlag, das würde die Kinder überfordern. Vielmehr nehmen sie langsam Abschied von Diddl-Maus und Fisher Price. Zuerst wird das Spielzeug gemeinsam mit den Kindern eingesammelt, verpackt und in einem Nebenraum verstaut. Dann dauert es rund zwei Stunden, bis sich die Kinder an die neue Situation gewöhnt haben.

Wollen die Kinder nicht vollständig auf Spielhilfen verzichten, ist ihr Einfallsreichtum gefragt: Da muss ein Tannenzapfen schon mal ein Puppenbaby darstellen oder die Kinder schlüpfen einfach in eine andere Rolle: Werden zum Zirkusdirektor oder Burgfräulein. Die Erzieherinnen halten sich in diesen Momenten zurück. Lediglich wenn etwas gefährlich wird oder die Kinder einen Streitschlichter brauchen greifen sie ein.


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Wir danken dem Nordbayerischen Kurier für die Bereitstellung der Artikel.
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